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Laufen und Abnehmen: fünf verbreitete Irrtümer

Wer mit Hilfe von Sport abspecken möchte, denkt dabei natürlich sofort an das Laufen. Und das ist auch richtig so. Es halten sich allerdings einige weitverbreitete Irrtümer zum Thema laufen und abnehmen. Und mit denen wollen wir an dieser Stelle ein für alle mal aufräumen.

Irrtümer zum Thema laufen und abnehmen

 

Irrtum #1: Wer Sport treibt, nimmt ganz von allein ab

Schön wär’s.

Tatsache ist natürlich, dass Sport gesund ist.

Dass Du mit Sport aber automatisch abnimmst, ist leider ein Irrtum. Der Punkt ist, dass du nur abnimmst, wenn du auch ein Kaloriendefizit aufweist. Das bedeutet, dass dein Körper mehr Energie verbrennt, als ihm zugeführt wird.

Abhängig von Alter, Gewicht, Geschlecht und Grundumsatz unterscheidet sich der Bedarf an Energie von Mensch zu Mensch. Insbesondere der Grundumsatz ist dabei interessant: Je schwerer ein Mensch ist, desto mehr Energie braucht sein Körper. Auch wenn er gar nicht in Bewegung ist.

Darüber hinaus stellt sich die Frage, wieviel Energie für die Bewältigung des Alltags gebraucht wird. Wer den ganzen Tag am Schreibtisch sitzt, benötigt weniger Energie als jemand, der körperlich schwer arbeitet.

Aus all diesen Faktoren errechnet sich letztlich der tägliche Energiebedarf.

Willst du effektiv abnehmen, musst du deinem Körper weniger Energie zuführen, als dieser benötigt. Damit zwingst du ihn, auf seine Reserven zurückzugreifen. Und diese Reserven sind nichts anderes als die Fettpölsterchen, die du gern loswerden möchtest.

Entscheidend dafür, dass du durch das Laufen auch abnimmst ist also eine kluge und gesunde Ernährung.

Der Fehler, den viele Abnehmwillige begehen: Sie überschätzen den Kalorienverbrauch von sportlichen Aktivitäten. Wenn beispielsweise eine Person mit einem Körpergewicht von 70kg eine halbe Stunde laufen geht, verbrennt er lediglich 360 Kalorien.

Das entspricht in etwa einem Schokoriegel.

Der Reflex, nach dem anstrengenden Lauf zum Teller Nudeln zu greifen, sollte also dringend unterbunden werden, wenn sich der Trainingsschweiß auch auf der Waage niederschlagen soll.

Irrtum #2: Der Körper baut nur bei langsamen und langen Läufen Fett ab

Mal ehrlich, wie oft hast du das schon gehört:

Wenn du mit dem Laufen abnehmen willst, musst du lange unterwegs sein. Der Körper beginnt erst nach einer halben Stunde mit der Fettverbrennung.

Aber stimmt das denn?

Nein. Ganz im Gegenteil: Eine Studie der Universität von Québec deutet auf das genaue Gegenteil hin. Fett wird demnach am stärksten verbrannt, wenn du schneller läufst.

In der besagten Studie mussten Testpersonen über mehrere Wochen hinweg in verschiendenen Übungsvarianten trainieren. Zunächst traten alle Teilnehmer mit einer realtiv geringen Intensität und niedrigem Tempo in die Pedale des Fahrradergometers. Im zweiten Teil wurden sie hingegen mit schnellen und intensiven Laufeinheiten gefordert.

Und das Ergebnis spricht Bände:

Im Vergleich zum wenig intensiven Training auf dem Ergometer verbrannten die Probanden bei den fordernden Laufeinheiten drei mal so viel Fett!

Irrtum #3: Bauchmuskeltraining führt zu einem falchen Bauch

Man kann fast die Uhr danach stellen.

Jedes Jahr im Frühjahr erscheinen etliche Magazine und Zeitschriften auf deren Titeln versprochen wird, die Leser bis zur Strandsaison in bestform zu bringen. „Sixpack in 8 Wochen“ heißt es dort dann.

Und wie sehen die Trainingspläne der Magazine schließlich aus? – Sie enthalten unzählige Bauchmuskelübungen.

Erreicht der ambitionierte Hobbysportler damit sein Ziel?

Natürlich nicht!

Das Problem ist schlicht und ergreifend, dass es nicht möglich ist, eine Problemzone direkt anzugreifen. Anders gesagt: Bauchmuskelübungen führen keineswegs zu einem Schmelzen des ungesunden Bauchfetts.

Es liegt mir fern, den Magazinen und Sportstudios die entsprechende Programme anbieten Betrug vorzuwerfen. Aber eine gewisse Unehrlichkeit kann man wohl unterstellen.

Fakt ist, dass der Körper in Gänze trainiert wird und je nach genetischer Veranlagung an unterschiedlichen Stellen abnimmt. Dabei kannst du durchaus Pech haben, wenn dein Körper dazu neigt, gerade am Bauch Fettdepots zu bilden, auch wenn du ansonsten vielleicht schlank bist.

Allgemein gilt, dass Männer eher am Bauch, Frauen eher an den Beinen und dem Po zur Bildung von lästigen Fettdepots neigen.

Was dagegen hilft?

  • gesunde Ernährung
  • Ausdauersport
  • Krafttraining

Wenn es dir gelingt, über einen längeren Zeitraum ein Kaloriendefizit zu halten, wirst du auch abnehmen. Vergiss aber bitte unbedingt die Ammenmärchen, dass intensives Bauchtraining zum Abschmelzen von Bauchfett führt.

Dazu sind die Bauchmuskeln viel zu klein, als dass sie dabei einen relvanten Effekt haben könnten. Aber das ist Stoff einen weiteren Artikel.

Irrtum #4: Krafttraing ist nur etwas für Bodybuilder, aber nicht für Läufer

Ich habe den Begriff ja gerade schon benutzt. Tatsächlich solltest du darüber nachdenken, auch mit schweren Gewichten zu trainieren, wenn du abspecken willst.

Der Grund dafür ist einfach.

Er liegt im ebenfalls schon angesprochenen Grundumsatz an Energie, die dein Körper braucht, um zu funktionieren. Denn natürlich verbraucht dein Körper nicht nur dann Energie, wenn du ihn gerade trainierst und ihn forderst, sondern auch dann, wenn du am Schreibtisch sitzt, auf dem Sofa lümmelst oder schläfst.

Die entscheidende Frage ist also, wie du deinen Grundumsatz soweit erhöhen kannst, dass er dazu beiträgt, dass dein Körper mehr Energie verbrennt, als ihm zugeführt wird.

Und genau da ist das Kraft- oder besser: Muskeltraining eine echte Geheimwaffe!

Muskeln verbrennen deutlich mehr Energie als Fett. Je mehr Muskelmasse über die dein Körper verfügt, desto höher ist auch sein Energiebedarf. Es spricht also einiges dafür, dass abnemwillige Läufer regelmäßiges Krafttraining in ihren Trainingsplan integrieren.

Die Angst, die viele Läufer (insbesondere Frauen) dabei oft haben ist ünbegründet. Trotz Krafttrainings muss niemand befürchten, „versehentlich“ zum Muskelprotz zu werden. Dazu gehört schon einiges mehr an harter Arbeit am Eisen.

Und noch ein Vorteil, den Krafttraining für Läufer mit sich bringt: Durch Kraft- und Stabilisationsübungen kann sich der Laufstil dramatisch verbessern. Außerdem kräftigt es Sehnen und Gelenke und beugt somit Verletzungen vor.

Irrtum #5: Wer abnehmen will, muss auf nüchternen Magen trainieren

Okay, an dieser Stelle scheiden sich die Geister.

Der Gedanke, dass laufen auf nüchternem Magen, also noch vor dem Frühstück beim Abnehmen hilft, liegt natürlich nahe. Und vollkommen falsch ist das auch nicht. Wie so oft im Leben, kommt es auch hier auf verschiedene Faktoren an.

Prinzipiell ist es natürlich gaz einfach.

Dein Körper zieht sich die Energie, die er braucht aus den Kohlenhydraten, die du ihm zuführst. Sind diese aufgebraucht, greift er auf seine Fettdeopts zurück. Genau für solche Phasen des Mangels sind die ja da. Das hat sich die natur also schon ganz gut ausgedacht.

Nach dieser Logik, müsste der Körper also am Morgen direkt auf die Energiespeicher zurückgreifen. Er hat ja noch keinen Treibstoff bekommen.

Genauso argumentieren auch die Befürworter von Morgenläufen.

Und jetzt kommt das „aber“.

Um die Fettverbrennung anzuregen muss der Körper schon unter Strom stehen. Er braucht also Kohlenhydrate um überhaupt auf seine Fettdepots zugreifen zu können.

Ess deshalb vor deinem nächsten Morgenlauf zuvor am besten eine Banane oder trinke eine Saftschorle. So fütterst du deinen Körper an und trägst dazu bei, dass der Fettstoffwechsel in deinem Sinne funktioniert.



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